Glossar · Bewertung & Kennzahlen
Enterprise Value (Unternehmensgesamtwert) ist der Wert des operativen Geschäfts eines Unternehmens unabhängig von dessen Finanzierung – also der Wert für alle Kapitalgeber (Eigen- und Fremdkapital). Beim Unternehmensverkauf wird er „cash free / debt free" verhandelt und über die Kaufpreisbrücke zum Equity Value, dem Preis für die Anteile, übergeleitet.
Im M&A-Prozess des Mittelstands sind zwei Wertbegriffe strikt zu trennen. Der Enterprise Value (EV) beziffert den Wert des betriebsnotwendigen operativen Geschäfts – losgelöst von der konkreten Finanzierungsstruktur. Der Equity Value hingegen ist der Wert, der den Eigentümern zusteht: der tatsächliche Kaufpreis für die Geschäftsanteile.
Der Unterschied ist kein akademischer. Verkäufer und Käufer einigen sich fast immer zuerst auf den Enterprise Value, weil dieser die Ertragskraft des Geschäfts widerspiegelt und unabhängig davon ist, ob das Unternehmen hoch verschuldet oder schuldenfrei ist. Erst die Brückenrechnung führt zum Betrag, der am Ende fließt.
Verwechselt man beide Werte, entstehen massive Fehleinschätzungen: Ein Enterprise Value von 10 Mio. Euro kann je nach Verschuldung einem Equity Value von 6 oder 12 Mio. Euro entsprechen.
Von Enterprise Value zu Equity Value
| Schritt | Position | Beispiel (Mio. €) |
|---|---|---|
| Ausgangswert | Enterprise Value (cash/debt free) | 6,0 |
| abzüglich | Nettoverschuldung | − 0,8 |
| plus/minus | Working-Capital-Anpassung | + 0,2 |
| Ergebnis | Equity Value (Kaufpreis Anteile) | 5,4 |
Die Verhandlung „cash free / debt free" bedeutet: Der Enterprise Value unterstellt ein Unternehmen ohne überschüssige Liquidität und ohne Finanzschulden. Beide Posten werden separat über die Brücke verrechnet. Das hat einen praktischen Grund – die Ertragskraft des operativen Geschäfts soll nicht durch zufällige Bilanzstände am Stichtag verzerrt werden.
Der Enterprise Value wird typischerweise aus der nachhaltigen Ertragskraft abgeleitet, etwa per Multiplikatorverfahren auf Basis von EBIT oder EBITDA, per DCF-Verfahren oder über das Ertragswertverfahren. Allen gemeinsam ist: Sie bewerten den operativen Cashflow, nicht die Kapitalstruktur.
Die Überleitung vom Enterprise Value zum Equity Value ist das Herzstück jeder Kaufpreisverhandlung. Sie folgt diesem Schema:
Zwei Stellschrauben dominieren: Die Nettoverschuldung mindert den Kaufpreis Euro für Euro (überschüssige Liquidität erhöht ihn), und die Working-Capital-Anpassung gleicht Abweichungen vom normalen Niveau des betriebsnotwendigen Umlaufvermögens aus. Beide Posten werden in der Due Diligence geprüft und im Kaufvertrag definiert.
Für ein Dienstleistungsunternehmen wird ein Enterprise Value von 6,0 Mio. Euro verhandelt. Die Bilanz zeigt 1,2 Mio. Euro Finanzschulden, 0,4 Mio. Euro liquide Mittel; das Working Capital liegt 0,2 Mio. Euro über dem vereinbarten Zielwert.
Der Verkäufer erhält 5,4 Mio. Euro für seine Anteile. Eine fundierte Herleitung des Enterprise Value liefert die Unternehmensbewertung; eine erste Orientierung ermöglicht der Unternehmenswert-Rechner. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle steuer- oder rechtliche Beratung.
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Kostenloses ErstgesprächDer Enterprise Value ist der Wert des operativen Geschäfts für alle Kapitalgeber, unabhängig von der Finanzierung. Der Equity Value ist der Wert für die Eigentümer, also der Kaufpreis für die Anteile. Man kommt vom Enterprise Value zum Equity Value, indem man die Nettoverschuldung abzieht und das Working Capital anpasst.
Cash free / debt free heißt, dass der Enterprise Value ein Unternehmen ohne überschüssige Liquidität und ohne Finanzschulden unterstellt. Beide Posten werden separat über die Kaufpreisbrücke verrechnet, damit die Ertragskraft des Geschäfts nicht durch zufällige Bilanzstände verzerrt wird.
Üblicherweise aus der nachhaltigen Ertragskraft – etwa per Multiplikatorverfahren auf EBIT oder EBITDA, per DCF-Verfahren oder über das Ertragswertverfahren. Alle Methoden bewerten den operativen Cashflow und nicht die Kapitalstruktur des Unternehmens.
Nein. Der Verkäufer erhält den Equity Value. Bei einem verschuldeten Unternehmen liegt dieser unter dem Enterprise Value, bei einem Unternehmen mit überschüssiger Liquidität darüber. Die Differenz ergibt sich aus der Nettoverschuldung und der Working-Capital-Anpassung.
Weil der Enterprise Value die Ertragskraft des operativen Geschäfts abbildet, unabhängig davon, wie es finanziert ist. So lassen sich Unternehmen vergleichen und bewerten, ohne dass die zufällige Verschuldung am Stichtag das Bild verfälscht. Der konkrete Kaufpreis ergibt sich erst über die Brücke.
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