Glossar · Transaktion & Vertrag
Eine W&I-Versicherung (Warranty-&-Indemnity-Versicherung, deutsch Gewährleistungsversicherung) ist eine Versicherung, die beim Unternehmensverkauf Schäden aus der Verletzung von Garantien und Freistellungen des Verkäufers abdeckt. Sie verlagert das Garantierisiko vom Verkäufer auf einen Versicherer und ermöglicht dem Verkäufer einen Clean Exit ohne langfristige Haftung.
Im Unternehmenskaufvertrag (SPA) gibt der Verkäufer umfangreiche Garantien ab, etwa zur Richtigkeit der Bilanz, zu Steuern, Verträgen oder Rechtsstreitigkeiten. Wird eine solche Garantie verletzt, haftet der Verkäufer dem Käufer auf Schadensersatz. Genau dieses Risiko deckt die W&I-Versicherung ab.
Es gibt zwei Grundformen. Bei der häufigeren Buyer-Side-Police versichert sich der Käufer und kann im Schadensfall direkt den Versicherer in Anspruch nehmen, statt den Verkäufer zu verklagen. Bei der Seller-Side-Police versichert sich der Verkäufer gegen seine Inanspruchnahme. In der Praxis dominiert die Buyer-Side-Variante.
Die Police setzt eine ordentliche Due Diligence voraus, denn der Versicherer prüft die Prüfungsergebnisse und schließt bekannte Risiken aus. Was die Käuferseite also bereits als Problem erkannt hat, ist typischerweise nicht versicherbar.
Typische Eckdaten einer W&I-Versicherung
| Parameter | Typische Ausprägung |
|---|---|
| Versicherungssumme | 10 bis 30 Prozent des Kaufpreises |
| Prämie (einmalig) | 1 bis 2 Prozent der Versicherungssumme |
| Selbstbehalt | 0,5 bis 1 Prozent des Unternehmenswerts |
| Laufzeit allgemeine Garantien | 2 bis 3 Jahre |
| Laufzeit Steuergarantien | bis zu 7 Jahre |
| Voraussetzung | Ordentliche Due Diligence |
Die Versicherungssumme orientiert sich am Kaufpreis und liegt häufig bei 10 bis 30 Prozent davon, da nicht jede Garantie gleichzeitig und in voller Höhe verletzt wird. Üblich ist ein Selbstbehalt (Retention) von etwa 0,5 bis 1 Prozent des Unternehmenswerts.
Die Prämie beträgt typischerweise 1 bis 2 Prozent der Versicherungssumme als Einmalzahlung. Die Laufzeit deckt die Garantiefristen ab, oft 2 bis 3 Jahre für allgemeine Garantien und länger für Steuergarantien (bis zu 7 Jahre).
Nicht versicherbar sind in der Regel:
Die W&I-Versicherung ist besonders dann attraktiv, wenn der Verkäufer einen sauberen Schnitt will. Statt einen Teil des Kaufpreises über Jahre in einem Escrow zu binden, lagert er das Garantierisiko an einen Versicherer aus und erhält den vollen Erlös sofort. Das ist ein echter Clean Exit, der gerade bei der Übergabe im Rahmen einer Nachfolge geschätzt wird.
Typische Anlässe sind der Verkauf durch ältere Inhaber, die nicht mehr jahrelang haften wollen, Verkäufe durch Finanzinvestoren, die ihre Fonds zügig abwickeln müssen, sowie kompetitive Bieterprozesse, in denen ein Verkäufer mit W&I-Lösung ein attraktiveres Angebot darstellen kann. Bei kleineren Transaktionen im unteren Mittelstand lohnt sich die Police wegen der Mindestprämien und Fixkosten oft erst ab einem Kaufpreis im niedrigen einstelligen Millionenbereich.
Ob eine W&I-Versicherung im konkreten Fall passt, sollte gemeinsam mit einem M&A-Berater und spezialisierten Maklern geprüft werden. Diese Hinweise ersetzen keine individuelle Rechts- oder Versicherungsberatung.
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Kostenloses ErstgesprächDie Prämie liegt typischerweise bei 1 bis 2 Prozent der Versicherungssumme als Einmalzahlung. Hinzu kommt ein Selbstbehalt von etwa 0,5 bis 1 Prozent des Unternehmenswerts. Wegen Mindestprämien lohnt sich die Police meist erst ab einem Kaufpreis im niedrigen Millionenbereich.
Beides ist möglich, in der Praxis dominiert aber die Buyer-Side-Police. Dabei versichert sich der Käufer und kann im Schadensfall direkt den Versicherer in Anspruch nehmen, statt den Verkäufer zu verklagen. Das ermöglicht dem Verkäufer den gewünschten Clean Exit.
Nicht abgedeckt sind in der Regel bereits bekannte Risiken aus der Due Diligence, Kaufpreisanpassungen, Earn-outs sowie vorsätzliches oder arglistiges Verhalten des Verkäufers. Auch bestimmte Umwelt- und Steuerrisiken können je nach Markt ausgeschlossen sein.
Wenn der Verkäufer einen sauberen Schnitt ohne jahrelange Haftung will, etwa ältere Inhaber bei der Nachfolge oder Finanzinvestoren beim Fondsabschluss. Auch in Bieterprozessen kann ein Verkäufer damit ein attraktiveres Angebot machen. Sie ersetzt oft einen kapitalbindenden Escrow.
Ja. Der Versicherer prüft die Ergebnisse der Due Diligence und schließt bereits erkannte Risiken aus. Ohne belastbare Prüfung gibt es keine Police oder nur zu schlechteren Konditionen. Eine sorgfältige Due Diligence ist damit die Grundlage der Versicherbarkeit.
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